Designnähen,  Taschen

Kameratasche Ansel

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Kürzlich ist hier eine neue Kamera eingezogen. Eigentlich wollte ich für die Vorgängerin schon eine Tasche, allerdings konnte ich mich nie so recht für eine entscheiden, die Kamerataschen in den Geschäften sehen doch irgendwie alle gleich aus. Langweilig…
Faszinierender Weise hat es tatsächlich eine halbe Ewigkeit gebraucht, bis ich auf den Gedanken kam, einfach eine selbst zu nähen.

Nur welchen Schnitt sollte ich wählen? Also kurz in die Runde der lieben Nähcommunity gefragt und schon bekam ich Schnittmuster-Tipps. Ich hab mich ziemlich schnell für die Kameratasche Ansel von Sewsweetness entschieden. Den Schnitt gibt es in der deutschen Übersetzung bei Annika von Nähconnection. Es gibt sie in verschiedenen Größen und neben der Kamera hat auch noch Zubehör Platz.

Die Tasche besteht aus ziemlich vielen Einzelteilen und eignet sich daher auch super für die Resteverwertung. Da meine Aktion sehr spontan war, musste ich mit dem Material arbeiten können, das mein Lager her gab. Für die Außentasche habe ich ein Kunstleder verwendet, die Innentasche
sowie die aufgenähten Gurtbänder sind aus Canvas. Vom Dschungelcanvas hatte ich nur noch kleine Stücke übrig. Da der Stoff mit seinen mega Farben allerdings viel zu schade für die Tonne ist, hab ich auch das allerletzte Stückchen hier verarbeitet.

In die Taschenklappe/Deckel habe ich zusätzlich eine Lederpaspel eingefügt, da sie dadurch noch ein kleines bisschen breiter ist. Ich hatte befürchtet, dass oben an den Seiten sonst eine Lücke entstehen könnte. Wenn man das abschließende Schrägband, dass Innen- und Außentasche verbindet, schön straff annäht, muss man sich aber eigentlich keine Gedanken machen. Optisch finde ich die Paspel allerdings auch ziemlich klasse.

In der Tasche sorgt ein Trennsteg für eine anpassbare Unterteilung, die mit einem Klettband befestigt wird. Da ich natürlich kein passendes Klettband vorrätig hatte und weiß nun absolut keine Option war, habe ich den Trennsteg einfach mit KamSnaps befestigt. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber wenn ich mal ein passende Einteilung für mich gefunden habe, verändere ich diese meistens nicht mehr. Vermutlich halten die KamSnaps ein häufiges An- und Abknöpfen aufgrund der Dicke des Materials nicht aus. Bisher hält es noch einwandfrei.
An einer schmalen Innenseite befindet sich ein kleines Eingriffsfach.

Und auf der Seite von Sew Sweetness gibt es zusätzlich ein Tutorial für die Netz-Reißverschlusstasche im Deckel. Dieser zusätzliche Aufwand lohnt sich total, nicht nur optisch, wie ich finde. Objektivdeckel oder Kabel, die zusätzliche Speicherkarte oder die Fernbedienung der Kamera sind so sicher verstaut und nichts purzelt rum.

Wer genauso zu spontanen Näheskalationen neigt wie ich, weiß daß dann Improvisation dazu gehört. Die Stabilität der Tasche kommt eigentlich von dickem Schaumstoff. Da ich näatürlich keinen passenden auf Lager hatte, habe ich kurzerhand eine (alte kaputte) Isomatte zerschnitten und mir daraus die entsprechend großen Teile zurechtgebastelt. Erfüllt seinen Zweck hervorragend.

Mittlerweile habe ich die Tasche bereits seit ein paar Wochen im Einsatz und ich bin immer noch fasziniert, dass man sowas mit einer ganz normalen Nähmaschine nähen kann. Warum hab ich das nicht schon früher gemacht? 😉

Viele Grüße
Alexandra

Schnitt: Kameratasche Ansel von SewSweetness via Nähconnection (selbst gekauft)
Stoff: Kunstleder und Dschungelcanvas von Hilco Textil (wurde mir zum Designnähen kostenlos zur Verfügung gestellt)
Sonstiges Zubehör: teils von Snaply, teils Fundus (alles selbst gekauft)

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