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Ein Tag in der Welt des Garns – Mettler Bloggerevent 2019

Vergangenen Freitag durften ein paar Blogger im Rahmen des Mettler Bloggerevents einen kleinen Blick hinter die Kulissen der Amann-Mettler Group werfen.
Die Firma mit Sitz in Bönngheim (das liegt zwischen Ludwigsburg und Heilbronn) stellt verschiedenste Garne für die Bereiche Nähen, Sticken, Quilten und Overlocken her. Mettler wurde ursprünglich 1883 in der Schweiz gegründet und gehört mittlerweile seit über 30 Jahren zur Amann Gruppe.

Nach einer sehr netten Begrüßung im Hause Amann-Mettler und einer kleinen Kennenlernrunde, bekamen wir einen kurzen Einblick über das Unternehmen und die Produktionsstätten im Ausland. Besonders interessant fand ich hierbei, daß Amann-Mettler sehr viel Wert auf nachhaltiges Handeln für Mensch und Umwelt legt. Die Einhaltung von Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltschutzvorgaben werden hier regelmäßig durch ISO-Zertifizierungen kontrolliert.

Welche Rolle spielt eigentlich das Nähgarn?

Wer gerne näht und viel Zeit und Mühe in seine Projekte steckt, wird irgendwann nicht nur intensiver darüber nachdenken, welche Stoffe man für die Projekte auswählt. Denn wir Hobbynäher investieren doch gerne mal ordentlich Budget in schöne Stoffe, wenn wir ehrlich sind. Eine logische Konsequenz ist dann auch bei der Garnwahl wählerischer zu sein.
Es ist jedenalls total ärgerlich, wenn ich beim Nähen mit tollen Stoffen oder gestalten besonderer Details, fast verzweifle, weil der Faden ständig reißt oder Fehlstiche auftreten. Wer benutzt schon gerne den Nahttrenner? Und manches Material verzeiht einem mehrfaches Trennen und Nähen auch einfach gar nicht.
Zu guter Letzt soll das liebevoll genähte Kleidungsstück dann selbstverständlich auch lange halten. Die Naht der Jeans soll nicht beim ersten Versuch zu sitzen platzen oder der Träger vom Rücksack abreißen, weil ich einen kleinen Einkauf verstaue.

Ist Garn nicht gleich Garn?

Ganz einfach: Nein. Je nach Anwendungsbereich gibt es natürlich unterschiedliche Garne. Das fällt einem schon auf, wenn man die Nähte der Jeans mit der Naht vom T-Shirt oder zarten Bluse miteinander vergleicht, das eine ist viel dicker als das andere. Es gibt verschiedene Farben, auch jedem klar. Es gibt sie aber auch aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Herstellungsverfahren.

In einer kleinen Fadenschulung erfuhren wir ein paar grundlegende Basics über Garn.

Bemühe ich mich normlerweise meine Garne sogfältig zu behandeln, so durfte ich sie diesmal mit Absicht aufdröseln, um sie mir einmal ganz genau anzusehen.

Z-Drehung oder S-Drehung? Wieviele Stränge gibt es? Lange Fasern oder kurze? Es gibt ganz schön viele Details, die so einem Garn seine Eigenschaften verleihen. Glänzend oder matt, fluffig oder glatt, robust oder ganz zart, usw.. Wer gerne mehr wissen möchte, es gibt ein Nachschlagewerk für Spezialisten und Textilinteressierte und amann.com/Focus . Viele verschiedene Faktoren beeinflussen also die Qualität und die Funktionalität.

Nach der Theorie durften wir uns noch kurz im Labor umsehen. Da standen ein paar tolle Maschinen an denen Garne getestet werden, um dem Kunden später die perfekte Lösung bieten zu können. Die eine oder andere war schon am Überlegen, wie sie so eine Industriemaschine zu Hause unterbringt, bis wir die riesen Ölwanne im Bauch der Maschinen entdeckt haben.

Nach so viel Input wurden wir mit einem leckeren kleinen Mittagsbuffet verwöhnt. Scheinbar hat sich schon herum gesprochen, dass wir Nähblogger auch gerne schlemmen. 😉

Die Workshops

Am Nachmittag ging es weiter mit Workshops. Mit Uwe konnten wir an der Bernina B 480 eine schnelle Partybörse nähen. Dafür waren bereits aus SnapPap und Stoff alle Teile vorbereitet und die passenen Garne zum Material lagen bereit. Ein schnelles Projekt, dass fast etwas von Papierflieger basteln hatte! Denn nur das Kleingeldfach wurde aufgesetzt, der Rest konnte mit SnapPap aus nur einem Teil, der richtigen Faltung und ein paar Nähten schnell fertig gestellt werden.

Im nächsten Workshop haben wir mit Anke von Cherry Picking Boho-Täschchen genäht. Sie hat für uns ganz tolle Taschen-Diy-Kits aus Kunstleder und Taschenstoff vorbereitet. Diese konnten wir diesmal an der Bernina B 570 nähen.
Ich hatte ehrlich gesagt nicht erwartet, dass wir in der vorgegebenen Workshopzeit tatsächlich eine Handtasche fertig nähen und war total überrascht, als es doch fast geklappt hat. Den Taschengurt muss ich noch fertig machen, aber das lag nicht an der super Vorbereitung. Und egal ob Taschenstoff oder Kunstleder, die Bernina nähte, ausgestattet mit einem Teflonfuss, souverän durch alle Lagen. Wusstet Ihr, dass die Bernina Nähmaschinen mit Mettler-Garnen getestet und eingestellt werden? Siepassen daher perfekt zusammen.

Im letzten Workshop haben wir uns nochmal mit den verschiedenen Garnen in der Anwendung beschäftigt. Claudia von Il Coccolino hat dafür extra einen wunderschönen Qilt erstellt und darin 10 verschiedene Garne verarbeitet. Seralon, Poly Sheen, Bobbinette, Silk-Finish Cotton, Denim Doc, Poly Glow, Metallic, Seracor, Transfil und Extra Stark. Alle Garne sind hier verwendet und so kann man ihre unterschiedlichen Eigenschaften gut erkennen.

Was Garn sonst noch kann

Faszinierend war auch die Vorstellung der Exponate, die uns zeigen sollten, was Garn noch so alles kann und uns Hobbnähern vielleicht gar nicht so bewußt ist. Besonders weiche und elastische Garne zum Beispiel für Sportkleidung oder extrem belastbare Garne für die Automobilindustrie, z.B. am Lederlenkrad und wasserabweisende Garne für z.B. Zelte sind einem schon mal begegnet. Dass aber auch ein Airbag Nähte hat, die den besonderen Anforderungen entsprechen müssen, hat man vielleicht (oder hoffentlich) noch nicht selbst gesehen.

Garne die leitfähig sind, damit ein Kleid z.B. tatsächlich leuchten kann?
Musik, die in Pappboxen abgespielt wird oder ein Gürtel, der in der Schmerztherapie bei der Linderung von Rückenschmerzen hilft, weil das verwendete Garn Impulse an die Nerven weiterleiten kann? Das wäre mir jetzt allerdings nicht sofort eingefallen. Wirklich interessant, was Garn alles kann. Und nagelt mich jetzt bitte nicht auf die Details fest, wie was funktioniert, da solltet Ihr Euch doch lieber an die Profis von Amann-Mettler wenden.

Zum Abschluss konnen wir den Tag bei einer Runde Punsch gemütlich ausklingen lassen, bevor wir uns schon wieder verabschieden und in Richtung Heimat aufbrechen mussten.

Und auch hier möchte ich mich nochmal herzlich bei allen Beteiligten rund um den Event #MettlerBlogger2019 bedanken, für diesen sehr schönen und informativen Tag, der so herzlich gestaltet und begleitet war. Ich hätte Euch allen auch noch länger zuhören können.

Und auch ein großes Dankeschön an alle Sponsoren die uns mit einer tollen Goodiebag ausgestattet haben und so die Erinnerung an den Tag auch im Nachgang noch lange anhalten lassen wird.

Viele Grüße
Alexandra

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